Schritt für Schritt-Anleitung: So funktioniert der Radwechsel

Keiner wünscht sich eine Reifenpanne. Dann ist ein Reifenwechsel angesagt.

Es ist leichter als gedacht:

Zuerst wird das Fahrzeug gesichert.

Fahrzeug sichern

Das heißt, Warnblinker an. Warnweste anziehen. Dann erst das Warndreieck aufstellen. Es muss 150 Meter hinter dem Fahrzeug stehen. Auf der Landstraße entspricht diese Entfernung ca. 3 Leitpfosten.

Das Auto gegen ein Wegrollen sichern. Also Gang einlegen und Handbremse betätigen.

Als nächstes wird das Reserverad aus den Kofferraum geholt und beim kaputten Rad abgelegt. Vorher sollten Handschuhe angezogen werden.

Danach folgen der Wagenheber und der Radschlüssel. Bei Bedarf auch gleich den Schlüssel für das Radschloss, soweit vorhanden, holen. Bei weichem Untergrund wird ein stabiles Brett als Unterlage für den Wagenheber gebraucht.

Die Aufnahmepunkte für den Wagenheber stehen in der Betriebsanleitung.

Die Radkappe abziehen und in Griffweite neben das Auto legen.

Zuerst werden die Radmuttern gelöst. Dies geschieht vor dem Anheben das Autos.

Sitzen die Muttern zu fest, mit dem Körpergewicht etwas nachhelfen. Eleganter ist ein Stück Rohr als Verlängerung.

Das Fahrzeug anheben

Als nächstes den Wagenheber ansetzen und das Fahrzeug anheben.

Zwischen Rad und Boden sollte ungefähr eine Hand breit Platz sein.

Nun die Radmuttern alle heraus drehen. Die Radkappe neben dem Auto dient jetzt als Ablage für die Radschrauben.

Das kaputte Rad abziehen. Sollte es etwas klemmen, hilft meist leichtes ruckeln. In hartnäckigen Fällen hat ein Tritt das Rad gelöst.

Das defekte Rad wird an die Seite gelegt. Nicht hinstellen, es könnte wegrollen. Auf der Seite der Fahrbahn, wird das Rad unter den Wagen gelegt.

Das Ersatzrad grob nach den Schrauben oder Gewindelöchern ausrichten.

Das Rad auf die Nabe heben. Meist kippt es unten etwas ab. Mit einem Fuß kann das Rad fixiert werden.

Jetzt die Radmuttern wieder mit der Hand eindrehen.

Kippt das Reserverad, werden die unteren Muttern zuerst eingeschraubt.

Unter leichtem ruckeln werden die Muttern nur mit der Hand festgezogen.

Das Fahrzeug kann jetzt wieder herunter gelassen werden. Das defekte Rad vorher natürlich unter dem Auto hervorholen. Am besten liegt es am Heck des Autos.

In kleinen Schritten die Muttern wieder festziehen. Hierbei immer über Kreuz arbeiten. So kann sich die Felge nicht verziehen.

Sind alle Schrauben fest, wird das kaputte Rad eingepackt. Auch das Werkzeug wird wieder verstaut. Wer es wieder an seinen Platz legt, findet es bei der nächsten Panne sofort wieder.

Jetzt kann auch das Warndreieck wieder eingesammelt werden. Bitte nicht vergessen.

Die Werkstatt aufsuchen

Langsam zur nächsten Tankstelle oder Werkstatt fahren. An der Tankstelle den Reifendruck kontrollieren und ausgleichen.

Als nächstes steht der Besuch beim Reifenhändler oder einer Werkstatt an.

Hier bitte das Drehmoment der Radmuttern prüfen lassen.

Nach weiteren 50 bis 100 km muss der Sitz der Radmuttern nochmals überprüft werden. Das kann jeder selbst machen. Die Radmuttern sollten sich nicht gelöst haben.

Wichtige Hinweise

Radmutter und Schrauben nie ölen. Das verfälscht den Anzugdrehmoment.

Der Gesetzgeber erlaubt es nicht, dass verschieden Räder auf einer Achse sind. Das Reserverad muss also vom gleichen Hersteller und Typ sein. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis für das Auto.

Die einzige Ausnahme ist ein Notrad. Aber auch hier müssen die Angaben des Herstellers genau beachtet werden. Meist sind nur 80 km/h damit erlaubt. Auch für längere Fahrten sind diese Noträder nicht ausgelegt.

Ist kein passendes oder erlaubtes Reserverad vorhanden, sollte der Abschleppdienst gerufen werden. Natürlich kann das defekte Rad zu einem Reifenhändler getragen und ausgetauscht werden. Nur dann beginnt der Reifenwechsel von neuem.

Radschlösser schützen vor Diebstahl. Der Schlüssel dazu sollte aber immer im Auto aufbewahrt werden. Sonst kann kein Reifen gewechselt werden.

Außerdem dürfen niemals die Radschrauben von Stahlfelgen mit denen von Alufelgen vertauscht werden. Sie passen nicht und beschädigen die Felgen. Meist sind die Schrauben für Aluräder länger. Werden sie für Stahlräder benutzt, können gravierende Schäden an den Bremsen entstehen.

Die Betriebsanleitung gehört auch immer in das Auto und nicht in ein Regal in der Wohnung.

Auch das Reserverad immer mit bei der Luftdruckprüfung einbeziehen. Nur so kann es auch eingesetzt werden.

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