Gebrauchtwagenkauf: Die wichtigsten Tricks und Kniffe

Gebrauchtwagenkauf: Die wichtigsten Tricks und Kniffe

Satte 45,8 Millionen PKW waren am 1. Januar 2017 zugelassen. Die überwältigende Mehrheit als Gebrauchtwagen.

Und sofern man ein solches Fahrzeug nicht gerade aus der ersten Hand eines Familienmitgliedes ersteht, ist die Vorgeschichte immer ein wenig „Blindflug“.

Auf den folgenden Zeilen zeigen wir deshalb, was es alles von A wie Aussuchen bis Z wie Zulassung zu beachten gilt.

Woher nehmen?

Man hat sich eingelesen, hat Motoren eruiert, und das Budget ist auch festgelegt. Nun gibt es drei Möglichkeiten, an das Objekt der Begierde zu gelangen.

Von einem Marken-Autohaus

Hauptsächlich gibt es hier zwar „Hausmarke“, aber oft auch andere Gebrauchte, die bspw. in Zahlung gegeben wurden.

Vorteil: Durch die meist dazugehörige Werkstatt können etwaige Problemchen unbürokratisch aus der Welt geschafft werden.

Von einem freien Gebrauchtwagenhändler

Hier gibt es Gebrauchte aller Marken. Allerdings ist die Qualitätsspanne der Händler auch am größten.

Oft sind solche Häuser auch nur mit einer kleinen Aufbereitungshalle ausgerüstet, weitergehende Reparaturen müssen an dritte ausgelagert werden

Von Privat

Das ist besonders dann, wenn man nach unüblichen Fahrzeugen sucht, die oftmals einzige Option. Nachteil ist jedoch, dass hier meist „gekauft wie gesehen gilt“.

Gebrauchtwagenkauf: Die wichtigsten Tricks und Kniffe
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Dabei gibt es zwei Grundregeln:

Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte ausschließlich bei Autohäusern oder Händlern kaufen. Denn nur bei diesen gilt die gesetzliche Gewährleistungspflicht von zwei Jahren.

Doch weil solche Profis auch bestens über marktübliche Preise informiert sind, wird man deshalb meistens dort ein gutes Stück mehr bezahlen als beim Privatkauf.

Privatverkäufer haben dagegen das Recht, die Gewährleistung von vornherein auszuschließen – die meisten machen davon auch Gebrauch.

Das ist aber in den seltensten Fälle böswilliges Kalkül, sondern einfach der Tatsache geschuldet, dass diese schlicht ihren Alten schnellstmöglich verkaufen wollen, ohne weiteren Ärger.

Doch wo in der Werkstatt ein Gebrauchtwagen auf Herz und Nieren gecheckt wird, muss man hier sämtliche kritischen Punkte selbst in Augenschein nehmen.

Das hat aber auch seinen Preisvorteil:

Von Privat sind Gebrauchte oft, aber nicht immer, ein gutes Stück günstiger – schon weil die meisten Privatverkäufer Laien sind und sich nicht die Mühe machen, wirklich minutiöse Preiskalkulation zu betreiben.

Internet oder…?

Die erste Anlaufstelle dürfte heute das Internet sein. Sowohl Profis wie Privatleute bieten ihre Autos vornehmlich auf den drei großen Portalen, mobile.de, autoscout24.de oder eBay-Kleinanzeigen an.

Tatsächlich sind das heute die Haupt-Marktplätze – auf die Webseiten von Händlern und Autohäusern sollte man sich indes nicht verlassen, oft ist der dortige Bestand weitaus weniger aktuell als der auf den anderen Portalen.

Allerdings: typische „rentnergepflegte“ Schnäppchen findet man auch heute noch im Zeitungs-Kleinanzeigenteil.

Anschauen

Auto gefunden, Kontakt vereinbart. Jetzt wird es haarig. Dabei empfiehlt es sich, sowohl mit ausreichend Zeit anzureisen, wie dem nötigen Wissen im Gepäck – und Kleidung, die schmutzig werden darf.

Sollte man selbst keine große „Auto-Leuchte“ sein, ist ein „Bekannter, der sich mit sowas auskennt“ eine unschätzbare Hilfe.

Doch es geht auch ohne, allerdings muss einem klar sein, dass man eine ganze Menge Checkpunkte abarbeiten muss.

Taschenlampe ist Pflicht. Und der Besichtigungstermin sollte immer bei Tageslicht stattfinden.

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Vorsicht ist angebracht wenn:

  • Der Motor bereits warm ist, wenn man ankommt
  • Das Reifenprofil ungleichmäßig abgefahren wurde
  • Der Abnutzungsgrad von Pedalen, Sitzen und Lenkrad nicht zum Tachostand passt
  • Service-Zettel im Motorraum fehlen und die Lücken auch nicht im Serviceheft geschlossen werden

Bei Händlern sollte es einen zudem sehr stutzig machen, wenn das Auto „im Kundenauftrag“ verkauft wird.

Das könnte ein Versuch sein, die Gewährleistungspflicht zu unterlaufen.

Her damit!

Alles im grünen Bereich? Dann kann Geld den Besitzer wechseln.

Allerdings gilt: Immer einen Kaufvertrag ausfüllen, in dem Datum, Verkaufsuhrzeit und der abgelesene Kilometerstand durch Unterschrift bestätigt werden – dann hat man nämlich bei etwaigen Problemen ein gutes Mittel in der Hand.

Die Uhrzeit ist vor allem dann wichtig, wenn das Auto noch auf den alten Halter angemeldet verkauft wird – das ist bei Privatkäufen häufig der Fall.

Danach geht es darum, den Gebrauchten wieder offiziell auf die Straße zu bringen. Das ist leichter oder schwieriger, je nachdem, ob er an- oder abgemeldet ist.

Grundlage ist, dass man sich beide Zulassungsbescheinigungen (also sowohl Fahrzeugschein wie –brief) sowie die Unterlagen über gültige AU und HU aushändigen lässt.

Und dann:

  • Ist der Wagen abgemeldet, kann einem der Händler rote 06er-Kennzeichen geben, mit denen man das Auto auf öffentlichen Straßen bewegen darf.
  • Ist es ein abgemeldetes Privatfahrzeug, muss man sich entweder auf der Zulassungsstelle Kurzzeitkennzeichen besorgen oder aber das Auto auf einem Anhänger überführen.
    Wichtig: Abgemeldete Autos dürfen nicht ohne weiteres auf der Straße abgeschleppt werden.
  • Zugelassene Autos können problemlos auf eigener Achse überführt werden.
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Gerade bei letztem Punkt ist die Uhrzeit im Kaufvertrag so wichtig – es kann ja immer vorkommen, dass man dabei geblitzt oder in einen Unfall verwickelt wird.

Das soll dem Verkäufer ja nicht zum Schaden werden.

Und dann braucht es nur noch EC-Karte, Versicherungsnachweis, beide Zulassungsbescheinigungen, den TÜV-Nachweis und den Personalausweis und man kann den Gebrauchten zu seinem „Neuen“ machen.

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