Für die THG-Quote 2026 zahlen Anbieter Haltern eines reinen Elektroautos derzeit meist rund 300 bis 350 €, je nach Anbieter und Prämienmodell (Stand Oktober 2026). Bei vielen Anbietern müssen Sie sich bis spätestens 31. Oktober 2026 registrieren, denn die Anbieter selbst müssen die Anträge bis 15. November 2026 beim Umweltbundesamt (UBA) einreichen. Wer bis dahin nicht angemeldet ist, geht für 2026 leer aus.
Trotz der gestiegenen Prämie lassen viele das Geld liegen: Für 2025 hat das Umweltbundesamt nur für 58 Prozent der berechtigten Fahrzeuge in Deutschland eine Bescheinigung ausgestellt.
Was ist die THG-Quote?
Die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) soll den Ausstoß im Verkehrssektor senken. Unternehmen, die in Deutschland Benzin und Diesel in Verkehr bringen, sind verpflichtet, die Emissionen ihrer Kraftstoffe um einen gesetzlich festgelegten Anteil zu reduzieren, 2026 um 12 Prozent. Schaffen sie das nicht selbst, kaufen sie Nachweise über die eingesparten Emissionen anderer zu, etwa für Ladestrom von E-Autos.
Die gesetzlichen Grundlagen sind § 37a Bundes-Immissionsschutzgesetz und die 38. BImSchV. Abgelesen wird dabei kein Zähler: Die Verordnung setzt je Pkw pauschal 2.000 Kilowattstunden Ladestrom im Jahr an und rechnet sie dreifach an; gegengerechnet wird der durchschnittliche CO₂-Ausstoß der Stromerzeugung. Das UBA bescheinigt diese Menge, zahlt aber selbst kein Geld. Das kommt aus dem THG-Quotenhandel, wenn ein Vermittler die Bescheinigung an ein Mineralölunternehmen verkauft.
Wie hoch ist die THG-Prämie 2026?
Für das Quotenjahr 2026 bieten Vermittler meist 300 bis 350 € je Elektroauto, einzelne werben mit bis zu 400 €. Der ADAC sprach im Juni 2026 von mehr als 300 € bei manchen Anbietern, Finanztip nannte im Oktober aktuell bis zu 350 €. Einen gesetzlich festgelegten Betrag gibt es nicht, der Wert bildet sich am Markt.
Festpreis oder Erlösbeteiligung?
Beim Festpreis steht der Betrag mit dem Vertrag fest, die Auszahlung folgt nach der Bescheinigung. Bei der Erlösbeteiligung erhalten Sie einen Anteil am späteren Verkaufserlös, laut Finanztip meist 80 bis 90 Prozent. Kombimodelle verbinden einen festen Sockelbetrag mit einem Aufschlag. Finanztip rät vom reinen Erlösmodell ab, weil niemand vorher weiß, wohin sich der Quotenpreis bewegt.
Von 500 € auf unter 100 € und zurück
| Quotenjahr | Typische Prämie je E-Auto | Quelle |
|---|---|---|
| 2022 | 400 bis 500 € | electrive, 23.07.2025 |
| 2025 | selten über 90 € | electrive nach Handelsblatt, 27.07.2026 |
| 2026 | rund 300 bis 350 € | ADAC 24.06.2026, Finanztip 14.10.2026 |
Abgestürzt war der Preis, weil es zu viele Nachweise gab. Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie führt die Übererfüllung auf großzügige Anreize wie die Doppelanrechnung bestimmter Biokraftstoffe und lückenhafte Kontrollen zurück. Am 23. April 2026 hat der Bundestag das Zweite Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote beschlossen: Es gilt rückwirkend für 2026, verschärft die Anrechnung von Biokraftstoffen und hebt die Quote für den Verkehrssektor auf 17,5 Prozent 2027 und 65 Prozent 2040. Die Zertifikatpreise zogen laut Argus Media schon nach dem Kabinettsbeschluss im Dezember 2025 an.
Was die Prämie in Spritkosten bedeutet
Super E5 kostete am 19.10.2026 im Bundesdurchschnitt 2,158 €, ausgewertet von Benzinampel aus den Preismeldungen aller Tankstellen. Eine Prämie von 300 € entspricht damit 139 Litern, 350 € sind 162 Liter. Ein Benziner mit 7 Litern auf 100 km kommt mit 139 Litern knapp 2.000 km weit; die rund 90 € aus 2025 hätten nur für 42 Liter gereicht.
Wer neben dem E-Auto noch einen Verbrenner fährt, holt mit der Prämie also zweieinhalb bis drei Tankfüllungen à 50 Liter zurück. Was Super, E10 und Diesel in Ihrer Gegend gerade kosten, zeigt die Übersicht der aktuellen Benzinpreise, weitere Hebel stehen in den Tipps zum Spritsparen.
Bis wann muss ich die THG-Quote 2026 beantragen?
Die gesetzliche Frist ist der 15. November 2026: Bis dahin muss die Strommenge Ihres Autos beim Umweltbundesamt gemeldet sein (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 der 38. BImSchV). Weil Vermittler die Anträge sammeln, prüfen und gebündelt einreichen, setzen sie eigene, frühere Stichtage. Bei den meisten Anbietern ist das laut Finanztip der 31. Oktober 2026, ein Samstag.
Manche nehmen auch danach noch Anmeldungen an. Maßgeblich ist für Sie der Termin im Anmeldeformular Ihres Anbieters, er liegt vor der gesetzlichen Frist.
Wer bekommt die THG-Prämie?
Die THG-Quote beantragen kann der Halter eines rein batterieelektrischen Fahrzeugs, also wer in der Zulassungsbescheinigung Teil I eingetragen ist. Ob Sie das Auto gekauft, finanziert oder geleast haben, spielt keine Rolle, solange Ihr Name dort steht. Plug-in-Hybride sind ausgeschlossen, weil sie auch fossile Kraftstoffe tanken. Für jedes reine E-Auto erhalten Sie einmal pro Jahr eine Prämie.
Bei Leasing und Auto-Abo entscheidet allein der Fahrzeugschein: Steht dort die Leasinggesellschaft oder der Abo-Anbieter, kann nur diese Firma die Quote vermarkten. Auch andere zugelassene Fahrzeuge wie E-Motorräder und E-Transporter sind berechtigt, zulassungsfreie E-Roller seit 2023 nicht mehr. Ob sich ein Stromer insgesamt rechnet, ist eine größere Frage; Grundsätzliches dazu steht im Ratgeber Elektroautos als Alternative zum Verbrenner.
So beantragen Sie die Prämie in vier Schritten
- Unterlagen: Für die Beantragung brauchen Sie ein lesbares Foto der Vorderseite des Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I) und Ihre Bankverbindung.
- Anbieter wählen: Festpreis oder Erlösbeteiligung, Laufzeit, Auszahlungstermin. Lesen Sie die Bedingungen vor der Registrierung.
- Anmelden: Fahrzeug anlegen, Fahrzeugschein hochladen, anschließend den Vertrag bestätigen.
- Bescheinigung und Verkauf: Der Anbieter reicht die Daten gesammelt beim UBA ein, verkauft anschließend die bescheinigte Menge an quotenverpflichtete Unternehmen und überweist Ihre Prämie.
Melden Sie ein Fahrzeug nur bei einem Anbieter an. Laut UBA zählt der Antrag, der zuerst eingeht, und der benannte Vermittler lässt sich danach nicht mehr wechseln.
Kann ich die THG-Quote selbst verkaufen?
Rechtlich ja: Beim Laden außerhalb öffentlicher Ladepunkte gilt der Halter selbst als Antragsteller und kann sich direkt an die Behörde wenden. Für die Beantragung verlangt das UBA seit dem 17. April 2026 aber eine Gebühr zwischen 94,60 € und 6.500 €. Einen Käufer müssen Sie dann selbst finden. Bei 300 € Prämie ginge schon die Mindestgebühr fast ein Drittel ab.
Wann wird die THG-Prämie ausgezahlt?
Beim Festpreis zahlen die meisten Anbieter, sobald das UBA die Strommenge bescheinigt hat; bis das Geld auf dem Konto ist, vergehen laut Finanztip meist mehrere Monate. Manche überweisen schon kurz nach der Anmeldung, dafür gibt es weniger Geld. Bei der Erlösbeteiligung kommt die Auszahlung erst nach dem Verkauf. Den zugesagten Termin finden Sie in den Bedingungen.
Worauf Sie beim Anbieter achten sollten
Vermittelt wird die THG-Quote von spezialisierten Dienstleistern, Stadtwerken und Energieversorgern, außerdem über Vergleichsportale. Die Unterschiede stecken im Kleingedruckten:
- Zusage: Steht der Betrag fest im Vertrag? Laut ADAC behalten sich manche Abwickler vor, nichts zu zahlen, wenn sie keinen Abnehmer finden.
- Laufzeit: Verträge laufen ein bis drei Jahre, fest zugesagt ist die Prämie oft nur im ersten (ADAC). Finanztip rät, nur das laufende Jahr zu verkaufen.
- Automatische Verlängerung: Bei manchen Anbietern läuft der Vertrag weiter, bis Sie kündigen. Notieren Sie sich die Kündigungsfrist.
Benzinampel empfiehlt keinen bestimmten Anbieter und erhält für die Vermittlung der THG-Prämie keine Provision.
Muss ich die Prämie versteuern, und was gilt beim Dienstwagen?
Als Privatperson nicht. Nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums vom Mai 2022 ist der Erlös aus dem Verkauf der THG-Quote keiner Einkunftsart zuzuordnen und gehört nicht in die Steuererklärung. Gehört das E-Auto zum Betriebsvermögen, ist die Prämie eine Betriebseinnahme. Beim Dienstwagen ist meist der Arbeitgeber Halter: Ihm steht das Geld zu, für Sie als Arbeitnehmer hat das keine lohnsteuerlichen Folgen.
E-Auto gebraucht gekauft: Wer bekommt die Prämie?
Die Strommenge wird je Fahrzeug und Jahr nur einmal bescheinigt, egal wie oft das Auto den Halter wechselt. Hat der Vorbesitzer die Prämie für 2026 schon beantragt, wird Ihr Antrag für dieses Jahr abgelehnt; der bisherige Halter muss Sie darüber informieren (§ 7 Abs. 5 der 38. BImSchV).
Fragen Sie beim Kauf eines gebrauchten Stromers deshalb nach, ob der Vorbesitzer für das laufende Jahr schon einen Antrag gestellt hat.
Gibt es die Prämie auch für die Wallbox?
Für eine private Wallbox nicht. Was Sie zu Hause laden, steckt bereits im pauschalen Schätzwert Ihres Autos, einen Zähler oder Nachweis brauchen Sie nicht. Von einer eigenen Quote für Ladestrom profitieren nur Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte, die bei der Bundesnetzagentur gemeldet sind; für sie gilt als Frist der 28. Februar des Folgejahres.
Ladestrom zu Hause: was der Stromtarif ausmacht
Rechnet man mit den 2.000 Kilowattstunden des Schätzwerts und dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 von 37,0 ct (BDEW, August 2026), kostet das Laden zu Hause rund 740 €. Eine Prämie von 300 € deckt davon etwa 40 Prozent.
Auch der Tarif zählt. Am 21.10.2026 lag die Grundversorgung im Schnitt bei 40,39 ct je Kilowattstunde, der jeweils günstigste Neukundentarif bei 30,62 ct (StromAuskunft, Modellhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden, Boni im ersten Jahr eingerechnet). Auf den Ladestrom sind das rund 195 € im Jahr, zusammen mit 3.500 Kilowattstunden übrigem Haushaltsstrom rund 540 €.
Wer noch in der Grundversorgung ist, kann Stromtarife vergleichen (Anzeige); welcher Tarif passt, hängt von Wohnort und Verbrauch ab. Mehr zu Energiekosten steht im Bereich Heizen und Energie.
Häufige Fragen zur THG-Quote
Drei Fragen, die nach der Anmeldung oft noch offen sind.
Kann ich die Prämie für 2025 noch nachträglich beantragen?
Nein. Für das Quotenjahr 2025 mussten die Strommengen bis 15. November 2025 beim Umweltbundesamt gemeldet sein, diese Frist ist abgelaufen. Ein Vorjahr lässt sich auch über einen Vermittler nicht nachholen. Verkaufen können Sie immer nur das laufende Jahr, für 2026 schließen viele Anbieter Ende Oktober.
Bekomme ich mehr Geld, wenn ich viel fahre oder Ökostrom lade?
Nein. Für private E-Autos gilt ein pauschaler Schätzwert, unabhängig von Fahrleistung und Stromtarif: Wer 30.000 km im Jahr fährt, erhält dieselbe Menge bescheinigt wie jemand, dessen Auto meist in der Garage steht. Auch Solarstrom vom eigenen Dach ändert daran nichts. Unterschiede entstehen nur durch Anbieter und Prämienmodell.
Was passiert, wenn ich die Quote nicht beantrage?
Nichts, eine Pflicht oder Strafe gibt es nicht. Die Strommenge Ihres Autos wird für dieses Jahr dann einfach nicht angerechnet, und Ihr Anteil am Erlös verfällt. Die Mineralölunternehmen erfüllen die Treibhausgasminderungsquote dann auf anderem Weg, etwa mit Biokraftstoffen. Im nächsten Quotenjahr können Sie jederzeit wieder einsteigen.
Quellen
- 38. BImSchV, §§ 5, 7 und 8: Anrechnung von Strom, Schätzwert, Fristen (abgerufen am 21.10.2026)
- Umweltbundesamt: Vollzug 38. BImSchV, Anrechnung von Strom für Elektrofahrzeuge (12.10.2026)
- Umweltbundesamt: Statistische Auswertung des Vollzugs der 38. BImSchV für 2025 (30.06.2026)
- Deutscher Bundestag: Weiterentwicklung der THG-Quote beschlossen (23.04.2026)
- ADAC: So nutzen Sie 2026 die THG-Quote (24.06.2026)
- Finanztip: THG-Prämie 2026 (14.10.2026)
- BDEW-Strompreisanalyse Haushalte und Industrie (August 2026)