Heizöl kaufen: Wann ist die beste Zeit? Was 20 Jahre Preisdaten zeigen
Kurz gesagt
Eine feste beste Zeit gibt es nicht: Seit 2005 lag Heizöl von Dezember bis Februar im Mittel rund 3 Prozent unter seinem Jahrestrend, der Herbst darüber, doch der Sommer war nur in 12 von 21 Jahren billiger als der Winter danach. Bestellen Sie im Herbst nur, was Sie bis Februar brauchen, das sind grob 60 Prozent des Jahresverbrauchs.
Wann Sie Heizöl kaufen sollten, lässt sich nicht am Kalender festmachen: In 20 Jahren amtlicher Preisdaten lag Heizöl von Dezember bis Februar im Mittel 2,7 bis 3,0 Prozent unter seinem Jahrestrend und im Herbst 1,5 bis 2,2 Prozent darüber, doch einzelne Jahre wichen davon weit ab.
Der Sommer war nur in 12 von 21 Jahren billiger als der folgende Winter.
Wer im Oktober 2026 nachfüllen muss, bestellt deshalb nur, was er bis Februar braucht, denn auf einen Preisrutsch zu warten, ist eine Wette.
Die Zahlen stammen aus dem Weekly Oil Bulletin der EU-Kommission, das seit März 2005 jede Woche die Heizölpreise für Deutschland mit allen Steuern meldet, als Bundesschnitt. Heizöl heißt dort Gasöl für Heizzwecke.
Den Preis von heute und den täglichen Trend finden Sie unter Heizölpreise aktuell.
Wann Heizöl kaufen? Was die Monate seit 2005 zeigen
Einen festen Zeitpunkt gibt es nicht, am günstigsten war Heizöl aber im Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2025 im Dezember, Januar und Februar, mit rund 3 Prozent unter dem gleitenden Jahresmittel.
September bis November lagen darüber. Der günstigste Monat war aber fast jedes Jahr ein anderer: Dezember und Januar je viermal, Mai und Juni je dreimal, der Rest verteilt auf fünf weitere Monate.
| Monat | Abweichung vom Jahrestrend, Mittel | Median |
|---|---|---|
| September | +1,6 % | +2,0 % |
| Oktober | +2,2 % | +0,5 % |
| November | +1,5 % | +1,1 % |
| Dezember | −2,7 % | −1,6 % |
| Januar | −2,8 % | −0,9 % |
| Februar | −3,0 % | −3,8 % |
| März bis August | −0,3 bis +1,0 % | −1,4 bis +0,8 % |
Der Median ist meist kleiner als das Mittel, weil Jahre mit hohen Ausschlägen wie 2008 und 2022 den Durchschnitt prägen.
In einem gewöhnlichen Jahr geht es um ein bis zwei Prozent, beim heutigen Preis um 1,70 bis 3,40 € bei 100 Litern.
Heizöl im Sommer kaufen: Was ist dran?
Weniger, als die Faustregel verspricht. Benzinampel hat für jedes Jahr seit 2005 den Durchschnitt von Juni bis August mit dem des folgenden Winters verglichen.
Der Sommer war in 12 von 21 Jahren billiger, im Median um 1,3 Cent pro Liter. Im Mittel war er sogar 0,8 Cent teurer, weil einzelne Sommer mit Preisspitzen kräftig ausschlagen.
2008 kostete Heizöl im Sommer 93,4 Cent, von Dezember bis Februar danach 56,0, 2022 waren es 148,4 und 120,5 Cent. Umgekehrt war der Sommer 2021 um 18,2 ct günstiger als der Winter danach.
Die Preisentwicklung 2026 zeigt beide Seiten: Von Dezember 2025 bis Februar 2026 kostete Heizöl 90 bis 96 € je 100 l, am 22. Juni nach dem Sprung im März 112 €, am 19. Oktober 171,30 €.
Warum ist Heizöl im Herbst teurer?
Weil im Herbst viele Haushalte gleichzeitig bestellen. Das zeigt der Blick auf Diesel, dessen Preis sonst eng mit dem von Heizöl läuft: Ohne Steuern gerechnet liegt Heizöl von September bis November 0,9 bis 1,5 ct über seinem üblichen Abstand zum Diesel, im März, April und August rund 1 ct darunter.
Daraus ergibt sich ein Herbstaufschlag von etwa 2,5 ct.
Ende Oktober 2026 war die Bestellwelle sogar beim Dieselpreis an der Tankstelle zu sehen: Laut ADAC stieg Diesel in der Woche bis zum 21. Oktober um 0,8 ct, während Super E10 um 4,1 ct fiel, auch weil mehr Heizöl gekauft wird.
Bei 3.000 Litern sind 2,5 ct rund 75 €, so viel vom Heizölpreis lässt sich mit der Wahl des Monats sparen. Die großen Bewegungen kommen vom Rohöl und aus dem Großhandel.
Heizöl jetzt kaufen oder warten?
Bis Anfang Dezember zu warten, hat sich öfter gelohnt als nicht, aber knapp und mit hohem Risiko.
Wer in den Jahren 2005 bis 2025 Ende Oktober nicht kaufte, zahlte Anfang Dezember in 13 von 20 Jahren weniger, im Median 2,3 ct.
Bis Mitte Januar war es nur noch in 10 von 19 Jahren günstiger.
| Kauf verschoben bis | Billiger in | Median | Spanne pro Liter |
|---|---|---|---|
| Anfang Dezember | 13 von 20 Jahren | −2,3 ct | −32,6 bis +6,7 ct |
| Mitte Januar | 10 von 19 Jahren | −0,3 ct | −38,3 bis +10,3 ct |
| Mitte März | 9 von 18 Jahren | −1,0 ct | −49,6 bis +103,5 ct |
| Juni | 13 von 20 Jahren | −4,0 ct | −64,2 bis +61,6 ct |
Die Spanne zeigt, wie hoch das Risiko ist. Die +103,5 ct stammen aus dem Winter 2021/22: Wer Ende Oktober 2021 wartete, zahlte im März 2022 mehr als das Doppelte.
Für die nächsten zwei Wochen gibt die Heizölpreis-Prognose mit Fehlerband eine Richtung vor. Wer noch Vorrat hat, kann die Preisentwicklung mit dieser Prognose einige Wochen beobachten.
Wie viel Heizöl brauchen Sie bis Februar?
Grob 60 Prozent Ihres Jahresverbrauchs, wenn Sie von Anfang November bis Ende Februar rechnen.
So verteilt die Gradtagszahlentabelle, die bei Heizkostenabrechnungen nach § 9b der Heizkostenverordnung verwendet wird, den Wärmebedarf eines Jahres: November 12, Dezember 16, Januar 17 und Februar 15 Prozent.
Ihren Jahresverbrauch kennen Sie aus den Lieferscheinen der letzten Jahre.
Ziehen Sie ab, was noch im Tank ist, und planen Sie eine Reserve ein, damit Sie im Januar nicht unter Zeitdruck Heizöl bestellen müssen und wissen, wie lange der Vorrat reicht.
Die Verbraucherzentrale Hessen riet schon im März 2026, „nur so viel Heizöl zu ordern, wie derzeit benötigt wird“.
Rechenbeispiel: 3.000 Liter auf einmal oder in zwei Teilen
Beim Bundesschnitt vom 19. Oktober kosten 3.000 Liter 5.138 €, vor einem Jahr waren es 2.691 €. Wer 1.500 Liter jetzt und 1.500 im Frühjahr kauft, halbiert das Risiko in beide Richtungen.
Angenommen ist ein Haus mit 2.500 Litern Jahresverbrauch und fast leerem Tank, die erste Hälfte reicht dann bis Ende Februar.
| Variante | Preis bis zur zweiten Bestellung −10 ct | gleich | +10 ct |
|---|---|---|---|
| 3.000 l im Oktober | 5.138 € | 5.138 € | 5.138 € |
| 1.500 l im Oktober, 1.500 l im Frühjahr | 4.988 € | 5.138 € | 5.288 € |
Für eine Teilmenge verlangt ein Händler womöglich etwas mehr.
Lassen Sie sich deshalb ein Angebot für beide Mengen geben und vergleichen Sie: Erst der Unterschied zeigt, was die Aufteilung kostet und ob sich damit sparen lässt.
Sammelbestellung mit den Nachbarn
Bestellen mehrere Haushalte einer Straße gemeinsam, fährt der Tankwagen einmal statt mehrmals.
Fragen Sie den Händler nach einem Angebot für die gemeinsame Menge, und klären Sie vorher, dass jeder Haushalt eine eigene Rechnung über seine Lieferung erhält.
Gibt es einen günstigen Wochentag für Heizöl?
Belegen lässt sich das nicht. Der amtliche Heizölpreis erscheint nur einmal pro Woche, eine amtliche Tagesreihe für die Heizölpreise der Händler gibt es nicht.
Die 12-Uhr-Regel, nach der Preise nur mittags steigen dürfen, gilt nach dem Kraftstoffpreisanpassungsgesetz für Tankstellen, nicht für Heizölhändler. Für Benzin und Diesel zeigt Benzinampel, an welchem Wochentag das Tanken günstiger ist.
Worauf Sie beim Heizölkauf achten sollten
Eine Bestellung mit Auftragsbestätigung und Liefertermin ist bindend, auch wenn der Preis danach steigt. Laut Verbraucherzentrale Hessen trägt grundsätzlich der Händler das Risiko höherer Einkaufskosten.
Vorsicht bei Angeboten weit unter dem Marktpreis: Die Verbraucherzentrale warnte im September 2026 vor gefälschten Heizöl-Shops, erkennbar etwa an fehlendem Impressum und Zahlung nur per Vorkasse.
Und wer Heizöl bestellen will, sollte den Tank nicht leer laufen lassen, denn im Herbst wollen viele Haushalte zur selben Zeit beliefert werden.
Häufige Fragen zum Heizölkauf
Zwei Fragen, die beim Blick auf den Preis oft offen bleiben.
Was kosten 1.000 Liter Heizöl gerade?
Im Bundesschnitt vom 19. Oktober 2026 rund 1.713 €, vor einem Jahr 897 €. Davon sind etwa 208 € CO₂-Preis, gerechnet mit 65 € je Tonne und Mehrwertsteuer nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle, und gut 61 € Energiesteuer. Der Rest hängt vor allem an Rohöl und Großhandel. Ihr Händler kann vom Heizölpreis im Bundesschnitt abweichen.
Ab welchem Preis lohnt sich ein voller Tank?
Wenn der Preis deutlich unter seinem Mittel der letzten zwölf Monate liegt, etwa 10 Prozent oder mehr. Dann spricht eher etwas für Vorrat als fürs Abwarten. Beobachten Sie dafür die Jahreskurve auf der Preisseite. Am 19. Oktober 2026 lag Heizöl 42 Prozent über diesem Mittel, ein voller Tank wäre damit eine Wette auf weiter steigende Preise.
Quellen
- EU-Kommission: Weekly Oil Bulletin, Preise mit Steuern seit März 2005, Stand 19. Oktober 2026 (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- ista: Gradtagszahlentabelle nach § 9b Heizkostenverordnung (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Verbraucherzentrale Hessen: Heizölbestellung auch in Krisenzeiten rechtlich bindend (12. März 2026)
- Verbraucherzentrale: Vorsicht vor Heizöl-Angeboten, Fakeshops (Stand 25. September 2026)
- ADAC: Wochenvergleich, Benzinpreis gibt nach (21. Oktober 2026)
- Deutsche Emissionshandelsstelle: Versteigerungsphase ab 2026 und Verbraucherpreise (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Kraftstoffpreisanpassungsgesetz vom 27. März 2026, § 2 (abgerufen am 23. Oktober 2026)
Aktuelle Daten von Benzinampel