Heizölpreis-Prognose: Wird Heizöl in den nächsten Wochen billiger?
Kurz gesagt
Ein schneller Preisrutsch ist Ende Oktober 2026 nicht in Sicht: Heizöl kostete am 19. Oktober im Bundesschnitt 171,30 € je 100 Liter, der tägliche Trend aus den Dieselpreisen zeigt seitwärts. 2027 bringt der CO₂-Preis keinen Aufschlag, die EIA erwartet sinkendes Rohöl. Bestellen Sie nur, was Sie bis Februar brauchen; den Trend zeigt die Seite Heizölpreise aktuell.
Ende Oktober 2026 deutet nichts auf einen schnellen Preisrutsch beim Heizöl hin: Der amtliche Bundesschnitt lag am 19. Oktober bei 171,30 € je 100 Liter, und die Heizölpreis-Prognose von Benzinampel zeigte am 22. Oktober seitwärts, mit einem Schätzwert von 171,40 €. Für die nächsten zwei Wochen ist das die wahrscheinlichste Richtung, sicher ist sie nicht: In jedem fünften Fall lag der Trend im Test um mehr als 4,5 Cent pro Liter daneben.
Für die Entwicklung 2027 ist die Steuerseite absehbar, der Ölmarkt nicht. Der CO₂-Preis bleibt nach dem Beschluss des Bundestags vom 15. Oktober 2026 im bisherigen Korridor, und die US-Energiebehörde EIA erwartet sinkendes Rohöl.
Für den Zeitpunkt Ihrer Bestellung heißt das: Nur bestellen, was Sie bis Februar brauchen. Auf einen Preisrutsch zu warten, ist eine Wette.
Wie entsteht die Heizölpreis-Prognose von Benzinampel?
Die Prognose verbindet den letzten amtlichen Heizölpreis für Deutschland mit den Dieselpreisen aller Tankstellen.
Der amtliche Wert aus dem Weekly Oil Bulletin der EU-Kommission gilt für einen Montag und erscheint einige Tage später: Der Wert vom 19. Oktober lag am 23. Oktober vor.
Wie sich Diesel seitdem bewegt hat, zeigen die täglichen Meldungen an die Markttransparenzstelle.
Diesel taugt als Taktgeber, weil beide Preise eng zusammenlaufen.
Ohne Steuern gerechnet bewegten sich die Wochenänderungen von Heizöl und Diesel seit 2005 mit einer Korrelation von 0,65 gemeinsam, seit 2015 mit 0,70. Steigt Diesel, zieht Heizöl meist nach, einen Teil der Bewegung aber erst eine Woche später. Diesen Vorlauf nutzt der Trend.
Übertragen wird nur die Veränderung des Dieselpreises, nie der Abstand, denn aufgrund der Energiesteuer liegen beide Sorten weit auseinander.
Getestet wurde die Rechenregel an 308 Wochen von 2020 bis Oktober 2026, mit Corona-Tief, Energiekrise 2022 und dem Anstieg 2026. Geschätzt wurde sie nur aus den Jahren 2010 bis 2019.
| Abstand zum amtlichen Wert | Fehler im Mittel: Trend | Fehler im Mittel: „bleibt gleich“ | 80 % der Fehler unter | Richtung richtig |
|---|---|---|---|---|
| 1 Woche | 2,7 ct | 3,3 ct | 3,6 ct | 74 % |
| 2 Wochen | 3,0 ct | 4,8 ct | 4,5 ct | 86 % |
Zwei Wochen voraus liegt der Trend damit gut ein Drittel näher am späteren amtlichen Wert als die Annahme, der Preis bleibe gleich.
Ein Beispiel: Aus dem Stand vom 12. Oktober und den Dieselpreisen bis zum 19. Oktober errechnete er 169,39 € je 100 Liter, amtlich kamen 171,30 €. Den Trend von heute mit Fehlerband finden Sie täglich bei den aktuellen Heizölpreisen, als Schätzung für den Bundesschnitt, nicht als Händlerpreis zum Zeitpunkt Ihrer Bestellung.
Welche Faktoren beeinflussen den Heizölpreis?
Kurzfristig beeinflussen vor allem Angebot und Nachfrage im Großhandel den Preis, langfristig das Rohöl und geopolitische Entwicklungen. Dazu kommen der Dollarkurs, weil Öl in Dollar gehandelt wird, und die Nachfrage nach Heizöl im Herbst.
Steuern und CO₂-Preis ändern sich nur zu festen Terminen und sind der planbare Teil der Preisentwicklung.
Rohöl, Dollar und Geopolitik
Für Brent erwartet die EIA laut Short-Term Energy Outlook vom 6. Oktober 2026 im laufenden Quartal 105 Dollar je Barrel, 2027 im Mittel 84 Dollar und zum Jahresende 2027 noch 74 Dollar.
Das setzt voraus, dass sich die Förderung im Nahen Osten bis Mitte 2027 weitgehend erholt.
Der Euro gab laut Europäischer Zentralbank von 1,1721 Dollar am 2. Januar auf 1,1205 am 22. Oktober nach, dasselbe Barrel ist in Euro damit rund 4,6 Prozent teurer.
Auf die nächsten Wochen hat Rohöl allein wenig Einfluss. Im Test oben verbesserte Brent als zusätzliche Größe den Trend nicht: Zwei Wochen voraus lag der Fehler bei 3,10 statt 3,06 ct.
Großhandel und Transportkosten
Bevor Heizöl in den Tank kommt, durchläuft es Raffinerie und Großhandel, und dort entstanden 2026 die starken Schwankungen.
Das Bundeskartellamt maß beim Diesel am 16. September einen Abstand von 93,4 ct zwischen Großhandels- und Rohölpreis, den höchsten seit Beginn der Irankrise. Heizöl stieg vom 7. auf den 14. September um gut 16 ct.
Auch Transportkosten zählen: Bei Kraftstoffen verteuerte das Niedrigwasser des Rheins im Sommer 2026 laut Kartellamt die Frachtraten im Westen. Der Dieselpreis an den Tankstellen zeigt solche Einflüsse jeden Tag.
Saison und Nachfrage nach Heizöl
Auch die Jahreszeit hat Einfluss, denn im Herbst verschieben sich Angebot und Nachfrage: Viele Haushalte bestellen gleichzeitig, was laut ADAC vom 21. Oktober 2026 auch den Dieselpreis mitzieht.
Seit 2005 lag Heizöl von September bis November im Mittel 1,5 bis 2,2 Prozent über seinem Jahrestrend, von Dezember bis Februar 2,7 bis 3,0 Prozent darunter.
Wie verlässlich dieses Muster der Preisentwicklung ist, zeigt der Ratgeber Wann ist die beste Zeit, Heizöl zu kaufen?
Wie setzt sich der Heizölpreis zusammen?
Gut zwei Drittel des Heizölpreises sind Ware, Beschaffung, Transport und Handel, knapp ein Drittel sind Steuern und CO₂-Preis. Nur der erste Teil schwankt von Woche zu Woche, die Abgaben stehen für ein Jahr fest.
Am 19. Oktober 2026 sah das bei 171,3 ct pro Liter so aus:
| Bestandteil | ct pro Liter | Anteil |
|---|---|---|
| Ware, Beschaffung, Transport, Handel | 120,3 | 70 % |
| CO₂-Preis bei 65 € je Tonne | 17,5 | 10 % |
| Energiesteuer | 6,1 | 4 % |
| Mehrwertsteuer 19 % | 27,3 | 16 % |
Die Energiesteuer auf leichtes Heizöl beträgt nach dem Energiesteuergesetz 61,35 € je 1.000 Liter.
Den CO₂-Anteil haben wir aus einer Angabe der Deutschen Emissionshandelsstelle hochgerechnet: 10 € mehr je Tonne machen 3,2 ct mit Mehrwertsteuer aus, bei 65 € sind es rund 20,8 ct brutto.
Was spricht für steigende, was für fallende Heizölpreise?
Ende Oktober halten sich die Faktoren beider Seiten ungefähr die Waage, deshalb zeigt der Trend seitwärts.
Ein hoher Ölpreis, der Aufschlag im Großhandel und die Bestellwelle wirken nach oben, der Ausblick der EIA und das übliche Muster im Winter nach unten. Welche Seite sich durchsetzt, entscheidet sich meist am Großhandel.
- Eher steigend: Brent schloss laut ADAC am 20. Oktober bei rund 109 Dollar je Barrel, so hoch wie seit Mai nicht. Der Großhandelsaufschlag bei Diesel ging laut Bundeskartellamt ab Mitte September zurück, blieb aber hoch.
- Eher fallend: Die EIA sieht Brent 2027 im Mittel 21 Dollar unter dem laufenden Quartal. Im Winter lag Heizöl in 12 von 18 Jahren unter dem Herbst davor.
Heizölpreis-Prognose für 2027: Was steht fest?
Fest steht die Abgabenseite. Die Energiesteuer auf Heizöl war vom Tankrabatt nie betroffen.
Der CO₂-Preis bleibt 2027 im Korridor von 55 bis 65 € je Tonne, und weil die Versteigerungen 2026 schon an der Obergrenze lagen, steigt der Heizölpreis dadurch nicht.
Offen bleibt die Entwicklung von Rohöl und Großhandel, ebenso der Preis im EU-Emissionshandel ETS 2 ab 2028.
Beim Diesel ändert sich zum Jahreswechsel die Steuer, weil der Tankrabatt am 31. Dezember endet.
Heizöl betrifft das nicht, den Trend schon: Ändert sich zwischen amtlichem Anker und heute ein Steuersatz, ruht er bis zum ersten amtlichen Heizölwert des neuen Jahres.
Wo stößt jede Heizölprognose an Grenzen?
Bei plötzlichen Ereignissen. Ein Angriff auf Förderanlagen, eine gesperrte Seestraße oder der Ausfall von Raffinerien verändern den Großhandelspreis über Nacht.
Geopolitische Entwicklungen und die Schwankungen danach sieht kein Modell voraus. In der sprunghaften Phase von Juli bis Oktober 2026 lag unser Trend im Mittel 4,5 ct daneben, im ungünstigsten Fall 12,2 ct.
Auch die Hoffnung, nach einem starken Anstieg müssten die Preise bald wieder nach unten gehen, tragen die Daten nicht.
Seit 2005 gab es 22 Phasen, in denen Heizöl binnen acht Wochen um mindestens 15 Prozent zulegte. Vier Wochen danach war es nur in 46 Prozent der Wochen billiger, im Median sogar 0,9 ct teurer.
Am 19. Oktober lag der Preis 29 Prozent über dem Wert von acht Wochen zuvor.
Prognosen über viele Monate hängen am Ölpreis: Die EIA setzte ihren Wert für das vierte Quartal 2026 im Oktober um 14 Dollar höher an als im September.
Und regionale Heizölpreise in Deutschland weichen vom Bundesschnitt ab, je nach Postleitzahl und Menge.
Häufige Fragen zur Heizölpreis-Prognose
Zwei Fragen zum Trend selbst, kurz beantwortet.
Wie oft wird der Heizöl-Trend aktualisiert?
Jeden Tag, sobald die Dieselpreise des Vortags ausgewertet sind. Der amtliche Anker wechselt einmal pro Woche mit dem neuen Oil Bulletin. Liegen seit dem letzten amtlichen Wert weniger als drei Tagesmittel vor oder ändert sich dazwischen eine Steuer, setzt der Trend aus, bis ein neuer amtlicher Wert erscheint.
Gilt die Prognose auch für Benzin und Diesel?
Nein, sie gilt nur für Heizöl. Für die Tankstelle rechnet Benzinampel eine eigene Spritpreis-Prognose für heute und morgen. Wie die Benzinpreise 2027 steigen könnten, behandelt der Ratgeber „Werden die Benzinpreise weiter steigen?“, in dem das Ende des Tankrabatts die Hauptrolle spielt.
Quellen
- EU-Kommission: Weekly Oil Bulletin, Preise mit Steuern, Stand 19. Oktober 2026 (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- U.S. Energy Information Administration: Short-Term Energy Outlook, Global Oil Markets (6. Oktober 2026)
- Deutscher Bundestag: CO₂-Preiskorridor auch 2027, Beschluss vom 15. Oktober 2026
- Deutscher Bundestag: Drucksache 21/7869, Drittes Gesetz zur Änderung des BEHG (7. September 2026, PDF)
- Deutsche Emissionshandelsstelle: Versteigerungsphase ab 2026 und Verbraucherpreise (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- ZfK: Erste Auktion im nationalen Emissionshandel zu 65 € (2. Juli 2026)
- Energiesteuergesetz, § 2 Steuertarif (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Bundeskartellamt, Markttransparenzstelle für Kraftstoffe: Kraftstoff-News vom 2. Oktober 2026 (PDF)
- ADAC: Wochenvergleich, Benzinpreis gibt nach (21. Oktober 2026)
- Europäische Zentralbank: Referenzkurs Euro zu US-Dollar (abgerufen am 22. Oktober 2026)
Aktuelle Daten von Benzinampel