Heizen & Energie

CO₂-Preis auf Heizöl 2027: Was Sie je Liter und Jahr zahlen

Von Robin Steinheimer 23.10.2026 10 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Voraussichtlich so viel wie 2026, rund 21 Cent je Liter mit Mehrwertsteuer: Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, den Korridor von 55 bis 65 € je Tonne CO₂ auch 2027 fortzuführen, in Kraft tritt es am Tag nach der Verkündung. 1.000 Liter Heizöl verursachen 2,68 Tonnen CO₂, bei 65 € sind das rund 207 €. Ab 2028 gilt der EU-Emissionshandel ETS 2 mit freiem Marktpreis.

Den CO₂-Preis auf Heizöl zahlen Sie 2027 voraussichtlich in derselben Höhe wie 2026, rund 21 Cent je Liter einschließlich Mehrwertsteuer oder gut 600 Euro für 3.000 Liter.

Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, den Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO₂ fortzuführen, und sein Umweltausschuss erwartet für 2027 denselben Durchschnittspreis wie 2026. Ab 2028 bildet sich der Preis im europäischen Emissionshandel ETS 2 am Markt.

In Kraft tritt die Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes am Tag nach ihrer Verkündung.

Im geltenden Gesetz steht der Korridor bisher nur für 2026, Stand 23. Oktober 2026. Den CO₂-Anteil im aktuellen Preis zeigt die Seite Heizölpreise aktuell mit CO₂-Tabelle.

Wie hoch war und ist der CO₂-Preis beim Heizöl?

Von 25 Euro je Tonne im Jahr 2021 ist der CO₂-Preis auf 55 bis 65 Euro gestiegen, für den Liter Heizöl von 8,0 auf 20,7 Cent einschließlich Mehrwertsteuer.

In den Jahren bis 2025 galt ein Festpreis, seit 2026 wird versteigert, und innerhalb des Korridors bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Für 2028 steht noch kein Wert fest.

Jahr€ je Tonne CO₂ct je l, nettoct je l mit MwSt.bei 3.000 l
202125 (Festpreis)6,78,0239 €
2022 und 202330 (Festpreis)8,09,6287 €
202445 (Festpreis)12,014,3430 €
202555 (Festpreis)14,717,5525 €
202655 bis 65, versteigert zu 6517,420,7621 €
2027 (Bundestagsbeschluss)55 bis 6514,7 bis 17,417,5 bis 20,7525 bis 621 €
ab 2028 (ETS 2)Marktpreisoffen

Die Festpreise bis 2025 und den Korridor für 2026 regelt § 10 des Brennstoffemissionshandelsgesetzes.

Schon die erste Versteigerung am 1. Juli 2026 endete am Höchstpreis von 65 Euro, und laut Bundestag lagen die Gebote bei den Versteigerungen 2026 um ein Vielfaches über der angebotenen Menge.

Was hat der Bundestag zum CO₂-Preis 2027 beschlossen?

Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 das Dritte Gesetz zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes verabschiedet, in der vom Umweltausschuss geänderten Fassung. Danach liegt der CO₂-Preis 2027 wie 2026 zwischen 55 und 65 Euro je Tonne.

In namentlicher Abstimmung stimmten 303 Abgeordnete dafür, 210 dagegen, 52 enthielten sich.

Der Umweltausschuss rechnet in seinem Bericht vor: Weil 2026 zusätzliche Zertifikate zu 68 € verkauft wurden, liegt der Durchschnittspreis des Jahres knapp über 66 €, und 2027 soll er exakt auf diesem Niveau bleiben.

Einen zusätzlichen CO₂-Preiseffekt auf fossile Brennstoffe soll es 2027 damit nicht geben. Ein Preis von 66 € entspricht beim Heizöl rund 21,0 Cent je Liter mit Mehrwertsteuer.

Der Weg dorthin lässt sich in den Bundestagsdrucksachen nachlesen. Die Bundesregierung brachte den Entwurf als Drucksache 21/7869 vom 7. September 2026 ein, die erste Lesung war am 24. September, die Anhörung am 7. Oktober.

Die Beschlussempfehlung des Ausschusses, Drucksache 21/8626 vom 14. Oktober, änderte vor allem die Regeln der Versteigerung, der Korridor blieb.

Ohne das Gesetz wäre der Preis 2027 nach dem bisherigen Recht aus dem schwankenden Durchschnittspreis der Versteigerungen im EU-Emissionshandel für Industrie und Kraftwerke errechnet worden.

Anlass der Änderung ist, dass der neue EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr um ein Jahr auf 2028 verschoben wurde.

Wie viel CO₂ steckt in einem Liter Heizöl?

Rund 2,68 kg. Das ergibt sich aus den Standardwerten der Emissionsberichterstattungsverordnung für Heizöl EL: 0,845 kg pro Liter, 42,8 Megajoule je Kilogramm und 0,074 kg CO₂ je Megajoule. 1.000 Liter verursachen damit 2,68 Tonnen CO₂, und der CO₂-Preis verteuert sie bei 65 Euro je Tonne um 174 €, mit Mehrwertsteuer um 207 €.

So rechnen Sie selbst. Formel: Liter × 2,68 kg ÷ 1.000 × Preis pro Tonne × 1,19 ergibt den CO₂-Preis mit Mehrwertsteuer.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle rechnet für Heizöl EL mit 3,2 Cent je Liter für jede 10 Euro je Tonne, Mehrwertsteuer eingeschlossen, das passt zu dieser Rechnung.

Heizöl und Erdgas im Vergleich

Pro Kilowattstunde trägt Heizöl gut ein Drittel mehr CO₂ als Erdgas, nach denselben Standardwerten 0,074 gegenüber 0,0558 kg je Megajoule.

Umgerechnet sind das 0,27 kg pro kWh Heizöl und 0,20 kg pro kWh Erdgas, jeweils bezogen auf den Heizwert.

Bei 65 Euro pro Tonne kostet jede Kilowattstunde Heizöl damit rund 2,1 Cent je kWh CO₂-Preis mit Mehrwertsteuer, beim Heizen mit Gas sind es rund 1,6 Cent je kWh.

Wer eine Heizung mit Gas statt Öl betreibt, zahlt für dieselbe Energiemenge also weniger CO₂-Abgabe.

Rechenbeispiele: Was kostet die CO₂-Abgabe Ihren Haushalt?

Bei 2.500 Litern Verbrauch pro Jahr rechnen Sie 2027 mit rund 440 bis 520 Euro, je nachdem, wo im Korridor die Versteigerungen enden.

Steigt der Zertifikatepreis um 10 Euro je Tonne, kommen bei dieser Menge rund 80 € im Jahr hinzu. Mit Ihrer eigenen Menge rechnet der Heizölrechner.

Wie viel Öl Ihr Haus braucht, zeigt der Ratgeber Heizölverbrauch berechnen.

Heizöl pro JahrCO₂ in Tonnenbei 55 € je Tonnebei 65 € je Tonneje 10 € mehr
1.500 l4,0263 €311 €48 €
2.500 l6,7438 €518 €80 €
3.500 l9,4613 €725 €111 €

Ein Beispiel zum Lesen der Tabelle: Ein Haus mit 2.500 Litern zahlt 2027 je nach Versteigerung 438 oder 518 €. Alle Beträge mit Mehrwertsteuer und gerechnet für den Fall, dass die Händler den CO₂-Preis voll weitergeben, wie es auch die Emissionshandelsstelle in ihren Preisen für Verbraucher annimmt.

Je höher der Verbrauch, desto höher die Abgabe, sie wächst im gleichen Verhältnis wie die Liter.

Welcher Teil des Preisanstiegs seit 2020 auf den CO₂-Preis entfällt

Im Jahresmittel kostete Heizöl laut EU-Ölbulletin 2020 noch 58,03 € je 100 Liter, 2026 bis zum 19. Oktober 127,05 €. Von diesen 69 Cent je Liter Anstieg erklärt der CO₂-Preis 20,7 Cent, also knapp ein Drittel.

Den größeren Teil tragen Rohöl, Großhandel und Transport, die anders als die CO₂-Bepreisung von Woche zu Woche schwanken.

Was ändert sich ab 2028 mit dem EU-Emissionshandel ETS 2?

Ab 2028 löst der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, ETS 2, das deutsche System ab.

Der Preis bildet sich dann laut Bundestag frei auf dem europäischen Markt, und die Zahl der Zertifikate wird schrittweise verknappt. Einen Korridor wie in Deutschland bisher gibt es dann nicht mehr.

Wie hoch der Preis 2028 liegt, steht nicht fest, und jede Zahl dazu ist eine Schätzung.

Planbar ist die Wirkung: Jede 10 Euro je Tonne über 65 € verteuert den Liter Heizöl um rund 3,2 Cent mit Mehrwertsteuer.

Bei 80 € je Tonne wären es 25,5 Cent je Liter, bei 100 € rund 31,8 Cent. Ob die Preise steigen oder fallen, hängt dann an Angebot und Nachfrage in ganz Europa.

Wer zahlt die CO₂-Steuer, und wo steht sie auf der Rechnung?

Rechtlich zahlt sie das Unternehmen, das den Brennstoff in Verkehr bringt, meist das Steuerlager oder der Importeur, im Gesetz der Verantwortliche.

Er kauft für jede Tonne CO₂ ein Zertifikat, die Kosten kommen über die Preise beim Haushalt an. Eine Steuer im rechtlichen Sinn ist das nicht, der Begriff CO₂-Steuer hat sich trotzdem eingebürgert.

Ihr Heizölhändler muss den Anteil auf der Rechnung ausweisen.

Nach § 3 des Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetzes gehören dazu die Emissionen der Lieferung in Kilogramm CO₂, der Preisbestandteil für die CO₂-Kosten, der Emissionsfaktor, der Energiegehalt in Kilowattstunden und ein Hinweis auf den Erstattungsanspruch von Mietern.

Diese Rechnung ist die Grundlage, wenn Vermieter und Mieter die Kosten im Rahmen der Heizkostenabrechnung teilen.

Wie viel müssen Mieter vom CO₂-Preis tragen?

Das richtet sich nach einem Stufenmodell, das auf den CO₂-Ausstoß des Gebäudes je Quadratmeter Wohnfläche schaut.

Je schlechter das Haus, desto mehr trägt der Vermieter: unter 12 kg CO₂ pro Quadratmeter und Jahr nichts, ab 52 kg 95 Prozent. Dazwischen steigt sein Anteil in Schritten von zehn Prozentpunkten.

Für Ölheizungen und andere Anlagen mit fossilen Brennstoffen lässt sich die Tabelle in Liter übersetzen, weil jeder Liter 2,68 kg CO₂ verursacht.

Unter rund 4,5 Litern pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr zahlt der Mieter allein, ab rund 19,4 Litern übernimmt der Vermieter 95 Prozent. Ölbeheizte Häuser landen damit oft in den oberen Stufen.

CO₂ je m² und JahrHeizöl je m² und JahrAnteil MieterAnteil Vermieter
unter 12 kgunter 4,5 l100 %0 %
22 bis unter 27 kg8,2 bis 10,1 l70 %30 %
32 bis unter 37 kg12,0 bis 13,8 l50 %50 %
47 bis unter 52 kg17,6 bis 19,4 l20 %80 %
ab 52 kgab 19,4 l5 %95 %

Ein Rechenbeispiel: Ein Haus mit sechs Wohnungen und 480 m² Wohnfläche verbraucht 9.000 Liter Heizöl im Jahr. Das sind 24,1 Tonnen CO₂ oder 50,2 kg pro Quadratmeter, also die Stufe mit 80 Prozent für den Vermieter. Von rund 1.570 Euro CO₂-Kosten ohne Mehrwertsteuer bei 65 € pro Tonne bleiben 20 Prozent bei den Mietern.

Heizen Mieter mit einer eigenen Ölheizung in der Wohnung, ermitteln sie die Stufe selbst und fordern den Vermieteranteil zurück.

Dafür haben sie nach § 6 des Gesetzes zwölf Monate ab der Abrechnung des Lieferanten Zeit, in Textform. Wer im eigenen Haus wohnt, trägt den CO₂-Preis allein.

Wie lassen sich die CO₂-Kosten beim Heizen senken?

Am direktesten über den Verbrauch: Mit jedem Liter, den Sie nicht verheizen, sparen Sie 2026 und 2027 rund 21 Cent CO₂-Preis und dazu den Preis des Öls selbst.

Die CO₂-Abgabe trifft fossile Brennstoffe: Auf nachhaltige biogene Brennstoffe fällt laut Emissionshandelsstelle kein CO₂-Preis an.

Strom, etwa für Wärmepumpen, steht nicht in der Liste der Brennstoffe, die das Brennstoffemissionshandelsgesetz erfasst.

Ob sich ein Umstieg der Heizung auf erneuerbare Energien rechnet, hängt an weit mehr als der CO₂-Abgabe, etwa an Gebäude, Förderung und Strompreis.

Für die Heizkosten der nächsten Jahre ist der CO₂-Preis planbar, Rohöl und Großhandel sind es nicht.

Lohnt es sich, Heizöl vor dem Jahreswechsel zu kaufen?

Wegen des CO₂-Preises nicht. Der Korridor für 2027 ist derselbe wie 2026, und der Umweltausschuss des Bundestags erwartet denselben Durchschnittspreis, ein Sprung zum 1. Januar 2027 ist deshalb nicht zu erwarten.

Eine Bestellung im Dezember spart beim CO₂-Anteil voraussichtlich nichts gegenüber einer im Februar.

Der Tankrabatt, der Ende 2026 ausläuft, betrifft Benzin und Diesel, die Energiesteuer auf Heizöl bleibt bei 6,135 Cent pro Liter.

Warum sie so viel niedriger ist als beim Diesel, erklärt der Ratgeber Heizöl und Diesel: der Unterschied. Für den Zeitpunkt zählen Rohöl, Großhandel und Saison.

Was 20 Jahre Preisdaten dazu zeigen, steht im Ratgeber Heizöl kaufen: Wann ist die beste Zeit?, die Richtung der nächsten Wochen in der Heizölpreis-Prognose.

Häufige Fragen zum CO₂-Preis beim Heizöl

Drei Fragen, die zur CO₂-Bepreisung von Heizöl oft gestellt werden.

Wie hoch ist die CO₂-Steuer bei 1.000 Litern Heizöl?

Bei 65 Euro pro Tonne rund 207 € mit Mehrwertsteuer, bei 55 € rund 175 €. 1.000 Liter Heizöl EL verursachen nach den amtlichen Standardwerten 2,68 Tonnen CO₂. Am 19. Oktober 2026 kosteten 1.000 Liter im Bundesschnitt rund 1.713 €, der CO₂-Preis macht davon etwa 12 Prozent der Heizkosten aus.

Wofür wird das Geld aus der CO₂-Steuer verwendet?

Die Einnahmen fließen in den Klima- und Transformationsfonds der Bundesregierung. Laut Deutscher Emissionshandelsstelle kommen sie den Verbrauchern zugute, etwa über die Förderung der energetischen Gebäudesanierung und der Elektromobilität. Für Haushalte in Deutschland ist die CO₂-Bepreisung damit eine Abgabe, deren Ertrag in Klimaschutzprogramme fließt.

Wird Heizöl 2027 durch den CO₂-Preis teurer?

Durch den CO₂-Preis nicht, wenn die Rechnung des Umweltausschusses aufgeht: Er erwartet 2027 denselben Durchschnittspreis wie 2026. Enden die Versteigerungen unter der Obergrenze von 65 €, wird es um bis zu 3,2 Cent pro Liter billiger. Wer bis Januar wartet, zahlt beim CO₂-Preis also nicht mehr; Rohöl und Saison bewegen den Heizölpreis weit stärker.

Quellen

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