Heizöl und Diesel: Der Unterschied und warum Heizöl nicht in den Tank darf
Kurz gesagt
Heizöl und Diesel sind beide Gasöl aus Rohöl, doch Diesel muss die Kraftstoffnorm DIN EN 590 erfüllen und trägt regulär 47,04 Cent Energiesteuer je Liter, Heizöl nur 6,135 Cent. Deshalb ist Heizöl rot gefärbt und markiert. Tanken dürfen Sie es nicht: Der Zoll verlangt dann die Dieselsteuer für den ganzen Tank, und es droht ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung.
Der Unterschied zwischen Heizöl und Diesel liegt weniger im Stoff als in Norm, Steuer und Kennzeichnung: Beide sind Gasöl aus Rohöl, doch Dieselkraftstoff muss die Norm DIN EN 590 erfüllen, Heizöl EL die Heizölnorm DIN 51603-1, und es trägt 6,135 statt 47,04 Cent Energiesteuer je Liter.
Damit es nicht im Autotank landet, ist es rot gefärbt und chemisch markiert.
Tanken dürfen Sie es deshalb nicht: Der Zoll verlangt dann die volle Dieselsteuer für den ganzen Tank, und es droht ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung.
Wie groß der Preisunterschied ist, zeigt das EU-Ölbulletin: Am 19. Oktober 2026 kostete Diesel im Bundesschnitt 2,266 € je Liter, Heizöl 1,713 €, ein Abstand von 55,3 Cent.
Den Tagespreis finden Sie unter Heizölpreise aktuell, den an der Tankstelle unter Dieselpreise heute.
Unterschied zwischen Heizöl und Diesel: Was ist gleich?
Gleich sind Herkunft und Energiegehalt, verschieden die Anforderungen an die Qualität.
Steuerrechtlich sind beide dieselbe Ware, Gasöl der Zolltarifnummern 2710 19 43 bis 48. Die Emissionsberichterstattungsverordnung rechnet für Diesel und Heizöl EL mit denselben Standardwerten: 0,845 kg je Liter, 42,8 Megajoule je Kilogramm, also rund 10 kWh je Liter.
| Merkmal | Dieselkraftstoff | Heizöl EL (extra leicht) |
|---|---|---|
| Norm | DIN EN 590, Pflicht an der Tankstelle | DIN 51603-1, Mindestanforderungen |
| Schwefel höchstens | 10 mg je kg | 1.000 mg je kg, als „schwefelarm“ 50 mg |
| Kennzeichnung | keine | Rotfarbstoff und Markierstoff |
| Energiesteuer je Liter | 47,04 ct, vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 33,00 ct | 6,135 ct (schwefelarm) |
| CO₂ je Liter | rund 2,68 kg bei beiden | |
EL steht für extra leicht, die Heizkostenverordnung schreibt „extra leichtflüssig“.
Die Schwefelgrenzen stehen in der Zehnten Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz: Leichtes Heizöl darf bis zu hundertmal so viel Schwefel aufweisen wie Diesel, die heute übliche schwefelarme Sorte noch fünfmal so viel. Bei der Verbrennung wird daraus Schwefeldioxid.
Unterschiedlich sind auch die Additive. Winterdiesel bekommt seine Kältefestigkeit über Additive, die schon in der Raffinerie beigemischt werden, wie der Ratgeber Winterdiesel: ab wann und bis wie viel Grad beschreibt.
Für den Einsatz im Fahrzeug ist Dieselkraftstoff auf seine Norm hin hergestellt, das Heizöl im Keller auf den Brenner einer Heizung.
Warum ist Heizöl rot gefärbt?
Damit Kontrolleure gekennzeichnetes Gasöl auf einen Blick vom Diesel unterscheiden können. Die Energiesteuer-Durchführungsverordnung schreibt je 1.000 Liter einen roten Azofarbstoff vor, etwa 4,1 g, dazu 12,5 g des Markierstoffs ACCUTRACE Plus.
Den Farbstoff sieht man im Glas, der Markierstoff dient dem Nachweis im Labor.
Bis Januar 2024 war EU-weit der Markierstoff Solvent Yellow 124 vorgesehen. Die EU-Kommission hat ihn mit dem Durchführungsbeschluss 2022/197 ersetzt, weil er sich mit gängigen Methoden wieder entfernen ließ.
Die Übergangsfrist, in der beide Stoffe erlaubt waren, lief am 18. Januar 2024 aus.
Warum ist Heizöl billiger als Diesel?
Vor allem wegen der Energiesteuer. Nach § 2 des Energiesteuergesetzes kostet Diesel regulär 470,40 € Steuer je 1.000 Liter, die schwefelarme Heizölsorte 61,35 €. Mit Mehrwertsteuer sind das 48,7 Cent Unterschied je Liter.
Während des Tankrabatts vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 liegt die Dieselsteuer 14,04 Cent niedriger, der Steuerabstand schrumpft auf 32,0 Cent.
Der CO₂-Preis gleicht sich nahezu aus, weil beide Brennstoffe gleich viel CO₂ je Liter tragen. Beim Diesel fällt er auf den Biodiesel-Anteil nicht an.
Wie sich diese Abgabe 2027 entwickelt, steht im Ratgeber CO₂-Preis auf Heizöl 2027.
Warum der Preisabstand 2026 so groß ist
Von den 55,3 Cent Abstand am 19. Oktober 2026 erklärt die Steuer 32,0 Cent, der Rest entsteht vor der Steuer. Benzinampel hat dafür die Wochenpreise des EU-Ölbulletins seit 2005 ohne Mehrwertsteuer, Energiesteuer und CO₂-Preis gerechnet.
Dieser Vorsteuer-Abstand war jahrelang klein und ist 2026 sprunghaft gewachsen.
| Jahr | Diesel je Liter | Heizöl je Liter | Abstand mit Steuern | Abstand ohne Steuern |
|---|---|---|---|---|
| 2015 | 1,180 € | 0,629 € | 55,1 ct | 5,4 ct |
| 2019 | 1,255 € | 0,711 € | 54,3 ct | 4,8 ct |
| 2021 | 1,389 € | 0,758 € | 63,1 ct | 12,6 ct |
| 2023 | 1,728 € | 1,106 € | 62,2 ct | 11,9 ct |
| 2025 | 1,605 € | 0,959 € | 64,6 ct | 14,4 ct |
| 2026 (bis 12. Oktober) | 2,047 € | 1,260 € | 78,8 ct | 27,2 ct |
Am weitesten lagen beide Preise am 24. August 2026 auseinander: 95,3 Cent mit Steuern, 40,4 Cent ohne.
Das Bundeskartellamt beschreibt für diese Wochen einen knappen Dieselmarkt, mit beschädigten Raffinerien im Nahen Osten und einem russischen Exportverbot für Benzin und Diesel.
Vom 31. August bis 16. September stieg der Raffinerie- und Großhandelspreis für Diesel um 22,7 Cent, Rohöl nur um 9,1 Cent.
Zum 1. Januar 2027 endet der Tankrabatt. Bleibt alles andere gleich, wächst der Abstand dann allein durch die Steuer um 16,7 Cent je Liter.
Darf man Heizöl tanken?
Nein. Gekennzeichnetes Gasöl darf nicht als Kraftstoff bereitgehalten, abgegeben, mitgeführt oder verwendet werden.
Tut es jemand doch, entsteht nach § 21 des Energiesteuergesetzes die Steuer zum Dieselsatz, bei einer Fahrzeugkontrolle mindestens für das ganze Fassungsvermögen des Tanks. Die schon gezahlte niedrigere Steuer rechnet der Zoll nicht an.
Dazu kommt das Strafrecht. Wer so fährt, hat womöglich Steuern hinterzogen, und dafür sieht § 370 der Abgabenordnung Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor.
Der Zoll weist darauf hin, dass sogar Vorräte zu Hause versteuert werden können, wenn sie als Kraftstoff bereitgehalten werden.
Wie der Zoll Heizöl im Tank findet
Die Kontrolleinheiten des Zolls prüfen Fahrzeuge auf Straßen und Rastplätzen und nehmen bei Dieselfahrzeugen eine Kraftstoffprobe.
Ein dokumentierter Fall: Im August 2024 kontrollierte das Hauptzollamt Aachen auf der A4 innerhalb von zwei Wochen zweimal denselben Lkw einer bulgarischen Spedition.
Beide Male war der Kraftstoff kräftig rot, beide Male folgte ein Strafverfahren wegen Verdachts der Steuerhinterziehung.
Was beim Heizöl tanken auf dem Spiel steht
Ein Rechenbeispiel mit den Preisen vom 19. Oktober 2026 und einem 60-Liter-Tank: Die rote Ware statt Diesel spart 60 × 55,3 Cent, also rund 33 €. Bei einer Kontrolle werden für denselben Tank 48,57 Cent je Liter fällig, der Satz, auf den § 21 verweist, das sind rund 29 €. Die Ersparnis ist damit schon durch die Nachsteuer fast aufgezehrt, bevor das Strafverfahren beginnt.
Was passiert im Motor, wenn Heizöl im Tank ist?
Der Motor läuft meist weiter, aber er leidet. Der ADAC nennt zwei Folgen für Dieselmotoren: Das Öl zündet träger, was zu unvollständiger Verbrennung, Klopfen, Leistungsverlust und mehr Ruß führen kann.
Außerdem schmiert es Einspritzpumpe und Düsen nicht ausreichend, sodass sie schneller verschleißen. Bei einem Common-Rail-Diesel trifft das vor allem die Hochdruckpumpe.
Haben Sie aus Versehen falsch getankt, hilft der Ratgeber Falsch getankt: Was nun? beim nächsten Schritt.
Was bedeutet die Cetanzahl?
Die Cetanzahl beschreibt, wie willig ein Kraftstoff im Dieselmotor zündet: Je höher sie ist, desto kürzer der Zündverzug nach dem Einspritzen. Die Dieselnorm schreibt dafür einen Mindestwert vor.
Der Zündverzug, den der ADAC beim Heizöl beschreibt, ist genau diese Eigenschaft, und er bestimmt, wie ruhig und sauber moderne Dieselmotoren laufen.
Und Pflanzenöl aus dem Supermarkt?
Auch das ist kein steuerfreier Ausweg. Pflanzenöl, das als Kraftstoff verwendet wird, unterliegt laut Zoll derselben Energiesteuer wie Diesel, 47,04 Cent je Liter.
Öl aus dem Supermarkt ist für Lebensmittel bestimmt und nicht mit Energiesteuer belastet, wer es tankt, muss die Steuer beim Hauptzollamt anmelden. Technisch ist es zäher als Diesel, die meisten Motoren sind dafür nicht ausgelegt.
Darf man umgekehrt Diesel als Heizöl verwenden?
Steuerlich ja, denn Diesel ist mit der hohen Kraftstoffsteuer schon voll versteuert, und § 21 betrifft nur gekennzeichnete Ware als Kraftstoff.
Wirtschaftlich lohnt es sich nicht: Jeder Liter Diesel kostete am 19. Oktober 55,3 Cent mehr.
Ob Brenner und Tank Diesel mit bis zu 7 Prozent Biodiesel vertragen, klärt der Heizungsfachbetrieb vorher mit Blick auf die Herstellerfreigabe.
Häufige Fragen zu Heizöl und Diesel
Drei Fragen, die oft an den Unterschied anschließen.
Darf man beide Sorten mischen?
Nicht für den Fahrzeugtank. § 21 des Energiesteuergesetzes erfasst alle Energieerzeugnisse, die Kennzeichnungsstoffe enthalten, also auch eine Mischung mit nur wenig rotem Gasöl. Bei einer Kontrolle wird dann die Steuer auf das ganze Tankvolumen fällig, als wäre der Tank voll damit. Für die Heizung zu Hause gilt diese Regel nicht.
Gibt es Ausnahmen vom Verbot?
Für Autos und Lkw nicht. Das Gesetz kennt Ausnahmen für bestimmte begünstigte Anlagen und für die Schifffahrt. Private Bootsbesitzer dürfen nach Angaben des Zolls im Ausland mit gekennzeichnetem Gasöl tanken und es bei der Rückreise nach Deutschland weiterverwenden, wenn der gefärbte Kraftstoff im jeweiligen Land erlaubt ist.
Was kostet Heizöl im Vergleich zum Diesel gerade?
Am 19. Oktober 2026 im Bundesschnitt 171,28 € je 100 Liter gegenüber 226,60 € für 100 Liter Diesel. Wohin der Preis in den kommenden zwei Wochen tendiert, zeigt die Heizölpreis-Prognose aus den Dieselpreisen. Wie viel Sie für den Winter brauchen, rechnet der Ratgeber Heizölverbrauch berechnen vor, wann sich die Bestellung lohnt, der Ratgeber Wann Heizöl kaufen?.
Quellen
- Energiesteuergesetz, § 2 Steuertarif (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Energiesteuergesetz, § 21 Entstehung der Steuer für gekennzeichnete Energieerzeugnisse (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Energiesteuer-Durchführungsverordnung, § 2 Ordnungsgemäße Kennzeichnung (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Abgabenordnung, § 370 Steuerhinterziehung (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- 10. BImSchV, §§ 4, 10 und 13: Dieselnorm, Schwefelgehalt, „schwefelarm“ (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Emissionsberichterstattungsverordnung 2030, Anlage 2 Teil 4: Standardwerte für Gasöl (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Heizkostenverordnung, § 9: Bezeichnung „extra leichtflüssig“ (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- DIN Media: DIN 51603-1, Fuel oils EL, Mindestanforderungen (Ausgabe November 2024)
- Zoll: Verwendung als Kraftstoff, Dieselfahrzeuge und Pflanzenöl (abgerufen am 23. Oktober 2026)
- Hauptzollamt Aachen: Pressemitteilung „Alter Bekannter“ (21. August 2024)
- ADAC: Salatöl oder Heizöl statt Diesel (23. November 2023)
- EU-Kommission: Durchführungsbeschluss (EU) 2022/197, gemeinsamer Steuermarker für Gasöle (17. Januar 2022)
- Bundeskartellamt: Kraftstoff-News, 2. Oktober 2026 (PDF)
- EU-Kommission: Weekly Oil Bulletin, Preise mit Steuern seit März 2005, Stand 19. Oktober 2026 (abgerufen am 23. Oktober 2026)
Aktuelle Daten von Benzinampel